Der junge Elvis im Blitzlicht

lev2

Ich habe mal die Theorie aufgestellt, dass Elvis Presley die meistfotografierte Person des 20. Jahrhunderts war, und das obwohl er nur 42 Jahre alt wurde.
Einige meiner persönlichen Lieblingsfotos stammen vom August 1956, also aus der hektischen Zeit unmittelbar vor den legendären TV-Auftritten in der Ed Sullivan Show, die für Elvis den endgültigen Durchbruch zum Superstar bedeuten sollten. Der Fotograf Jay B. Leviton, damals 33 und selber eher ein Freund klassischer Musik, durfte den ihm bis dahin völlig unbekannten Sänger auf einer Kurztournee durch Florida begleiten.

Levitons Unbefangenheit erwies sich als Glücksfall.
Im Unterschied zu Alfred Wertheimer, auf dessen im selben Jahr aufgenommenen, allerdings ungleich berühmteren Fotos Elvis bereits als Ikone in Erscheinung tritt, zeigen uns die hochdynamischen Bildern Levitons zum letzten Mal Elvis in Rohform. Leviton legt den Akzent ganz auf die Interaktion zwischen dem Sänger und den ihn ständig umschwirrenden Fans, Freunden, Mitmusikern, Reportern, Polizisten, Kellnern, Lokalprominenten etc., die unserem Helden von den Bildrändern aus immer wieder faszinierte, amüsierte, bewundernde oder verstörte Blicke zuwerfen.
Something is happening here…das haben offensichtlich alle gespürt, die in die Reichweite des Presley’schen Charismas kamen.

Unser Fotograf jedenfalls hatte „all access“, sogar auf die Bühne, von wo aus er mit seiner Leica Kamera die Voodoomomente einfangen konnte, in denen ein ganzes Funkengewitter vom Performer zu seiner Crowd übersprang.
Dazu passt der Beiname, mit dem die Naturgewalt Elvis Presley auf den Konzertbühnen des Südens angesagt wurde, bevor er zum „King“ mutierte: „The Memphis Flash!“

lev1

(Die Bilder wurden dem 1989 erschienenen Buch „Elvis Close-Up“ von Jay Leviton und Ger Rijff entnommen. ISBN: 0-7126-2939-4)

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar